Zeit für mich: Warum Stille kein Luxus ist.

Es gibt Jahre, da fühlt sich alles nach „durchhalten" an. Du funktionierst. Du lieferst. Du bist erreichbar. Und irgendwann merkst du: Du bist zwar überall – aber nicht bei dir. Du hast für alles Zeit, nur nicht für dich selbst. Und das fällt dir erst auf, wenn es fast zu spät ist.

„Me-Time" klingt nach Wellness-Instagram. Nach Kerze, Badewanne, Selfcare-Slogan. Für mich ist es etwas anderes geworden: Zeit für mich ist Wartung. Nicht glamourös. Notwendig. So wie du dein Auto zur Inspektion bringst, so brauchst du auch Momente, in denen du dich selbst checkst. Nicht um Probleme zu finden. Sondern um zu spüren, wie es dir wirklich geht.

Wenn du dir bewusst Zeit nimmst, passiert etwas Körperliches: Der Puls wird langsamer. Der Kopf wird weniger hektisch. Und du merkst, wie sehr du dich an Dauerstress gewöhnt hast – so sehr, dass Ruhe sich erst mal falsch anfühlt. Das ist kein gutes Zeichen. Das ist ein Warnsignal. Aber es ist auch eine Einladung, etwas zu ändern.

Ich habe gelernt, dass Stille nicht automatisch Frieden bedeutet. Stille ist erst mal nur Stille. Frieden entsteht, wenn du aufhörst, sie sofort zu füllen. Wenn du nicht direkt das Handy nimmst. Nicht direkt Musik anmachst. Nicht direkt irgendwas „Produktives" tust, um dich gut zu fühlen. Einfach nur dasitzen. Atmen. Nichts tun. Das klingt einfach. Aber versuch es mal für zehn Minuten.

Und dann kommt oft Kreativität zurück. Nicht als „Idee", sondern als Gefühl: Ich könnte mein Leben wieder gestalten, statt es nur zu verwalten. Das ist der Moment, in dem sich etwas öffnet. Nicht durch Anstrengung. Sondern durch Loslassen.

Regret Nothing heißt hier: mich selbst ernst nehmen. Nicht warten, bis der Körper die Notbremse zieht. Sondern vorher aussteigen. Kurz. Bewusst. Ohne Drama. Weil ich es mir wert bin. Und weil ich weiß: Nur wer bei sich ist, kann auch für andere da sein.

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Planen, ohne mich zu verlieren.