Regret Nothing: Nicht perfekt. Aber echt.

Ich bin nicht geschniegelt. Ich bin nicht der Typ, der alles glattzieht, bis es nach Hochglanz aussieht. Ich habe dafür auch keine Geduld. Und ehrlich: Ich will das auch nicht mehr. Perfektion ist überbewertet. Sie ist oft nur eine Ausrede, um nicht anzufangen. Oder um sich hinter einer Fassade zu verstecken, die niemand wirklich sehen will.

„Regret Nothing" ist für mich kein Spruch. Es ist eine Haltung. Es bedeutet nicht, dass alles immer richtig war. Es bedeutet, dass ich aufhöre, mich selbst für Entscheidungen zu bestrafen, die ich damals mit dem Wissen von damals getroffen habe. Wir sind alle klüger im Rückblick. Aber das zählt nicht. Was zählt, ist der Moment, in dem du entscheidest. Und in dem Moment hattest du deine Gründe.

Ich glaube, wir verschwenden unfassbar viel Energie darauf, rückwärts zu leben. Wir spielen Szenarien durch. Wir optimieren Vergangenheiten. Wir tun so, als hätten wir damals schon wissen müssen, was wir heute wissen. Das ist unfair. Und es macht dich klein. Es hält dich fest in einer Version von dir, die längst nicht mehr existiert.

Auf Reisen wird das brutal klar: Du kannst nicht zurück. Du kannst nur weiter. Der Zug fährt ab. Das Flugzeug hebt ab. Die Stadt bleibt hinter dir. Und genau darin liegt eine Freiheit, die man im Alltag oft vergisst. Die Freiheit, jeden Tag neu zu beginnen. Nicht perfekt. Aber bewusst.

Mach dir keine Gedanken darüber, ob du alles richtig machst. Niemand macht alles richtig. Die Frage ist nicht, ob du Fehler machst – die Frage ist, wie du mit ihnen umgehst. Lernst du daraus? Stehst du wieder auf? Gehst du weiter? Dann bist du auf dem richtigen Weg. Auch wenn er nicht gerade ist.

Regret Nothing heißt: lieber echt als perfekt. Lieber anfangen als zerdenken. Lieber eine Geschichte haben als eine Ausrede. Es heißt, Verantwortung zu übernehmen für das eigene Leben – ohne sich dafür zu geißeln, dass man nicht allwissend ist.

Und wenn ich etwas gelernt habe, dann das: Die Welt belohnt keine Vorsicht. Sie belohnt Präsenz. Den Mut, da zu sein. Den Mut, zu fühlen. Den Mut, loszugehen – auch wenn du nicht weißt, wo du ankommen wirst. Das ist kein Leichtsinn. Das ist Vertrauen. In dich. In das Leben. In die Tatsache, dass du mehr aushalten kannst, als du denkst.

Sei klar. Sei du selbst. Und denk nicht zu viel nach. Das Schöne an deiner Geschichte ist, dass sie sich immer weiter entwickeln wird. Dein Ziel sollte sein, dass sie sich im Hier und Jetzt richtig anfühlt. Alles Weitere kommt von selbst. Das tut es immer.

Zurück
Zurück

Planen, ohne mich zu verlieren.

Weiter
Weiter

Alleinsein ist kein Mangel. Es ist ein Raum.