Alleinsein ist kein Mangel. Es ist ein Raum.

Es gibt diesen Moment, in dem du merkst: Du bist nicht „allein", du bist einfach nur ohne Publikum. Ohne Geräuschkulisse. Ohne die kleinen Ablenkungen, die man sich so selbstverständlich baut, damit es innen nicht zu laut wird. Und plötzlich ist da Raum. Nicht leer, sondern offen.

Ich habe lange geglaubt, dass Bewegung automatisch Fortschritt ist. Termine, Nachrichten, Pläne – alles fühlt sich nach „Leben" an. Und ja, das ist auch Leben. Aber es ist oft ein Leben, das dich von dir selbst wegträgt, ohne dass du es merkst. Busy ist ein Zustand. Und busy ist manchmal auch nur ein hübsch verpackter Fluchtreflex. Wir füllen unsere Tage, weil wir Angst haben vor dem, was passiert, wenn wir es nicht tun.

Auf meiner Reise – und besonders in den Phasen, in denen ich wirklich solo war – ist mir etwas Unangenehmes passiert: Stille hat angefangen, Fragen zu stellen. Nicht dramatisch. Eher so wie ein guter Freund, der nicht locker lässt. „Wie geht's dir wirklich?" „Was schiebst du seit Jahren vor dir her?" „Was willst du – ohne Applaus, ohne Ausrede, ohne Plan B?"

Alleinsein ist nicht automatisch romantisch. Es kann überfordern. Es kann dich mit deinen eigenen Mustern konfrontieren. Und genau deshalb ist es so wertvoll. Weil du plötzlich nicht mehr reagieren musst. Du darfst einfach nur sein. Und wenn du das aushältst, passiert etwas Seltsames: Du wirst wieder klarer. Nicht perfekt. Aber klarer.

Mach dir keine Sorgen, wenn sich das erst mal fremd anfühlt. Das ist normal. Wir sind es nicht gewohnt, mit uns selbst zu sein, ohne gleichzeitig etwas zu tun. Aber genau darin liegt die Übung. Nicht meditieren müssen. Nicht spirituell werden müssen. Einfach nur da sein. Atmen. Schauen. Fühlen.

Regret Nothing heißt für mich hier: nicht vor mir selbst weglaufen. Nicht so tun, als wäre ich „zu beschäftigt", um ehrlich zu sein. Sondern den Raum betreten – auch wenn er erst mal leer wirkt. Der Raum füllt sich. Mit dir. Und das ist mehr als genug.

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Regret Nothing: Nicht perfekt. Aber echt.

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Loslassen klingt einfach. Bis du es wirklich tust.